Der große Datenklau

|   Sicherheit

In Deutschland wurden seit Ende 2018 private Daten von Menschen des öffentlichen Lebens veröffentlicht. Wie konnte das geschehen?

Auch Angela Merkel und Robert Habeck waenr betroffen, ebenso wie Schauspieler, Sänger und andere Personen des öffentlichen Lebens. Über Twitter wurden im Tagesrythmus "Adventstürchen" mit teileweise sehr persönlichen Daten "geöffnet". Ein Verdächtiger wurde festgenommen, aber ob er allein gehandelt hat, ist immer noch fraglich, denn er konnte in der Vernehmung die Techniken des Datendiebstahls nicht schlüssig aufzeigen. Entscheidend war offensichtlich der Hintergrund von Intoleranz und politischem Hass auf Menschen, die in den Augen des oder der Täter eine freiheitliche und mitmenschliche Politik befürwortet haben.
Die Quellen waren sehr unterschiedlich. Auffallend ist, dass viele der Daten frei oder einigermassen frei zugänglich waren, teilweise veraltet waren und dort, wo wirklich in private digitale Räume eingebrochen wurde, der Schutzaufwand sehr nachlässig gehandhabt worden war.

Was lernen wir aus diesem zwar aufsehenerregenden, aber inhaltlich minder schweren Fall?

Auf jeden Fall, dass wir sorgsamer und vorsichtiger mit unseren Daten und vor allem den Zugangsmechanismen umgehen müssen.
Wenn wir unsere Daten in den sozialen Netzwerken veröffentlichen, müssen wir immer davon ausgehen, dass sie auch ohne unsere Einwilligung in andere und damit falsche Hände geraten werden. Und wer immer die neueste Information über sein Leben ins Netz stellt, prostituiert sich öffentlich und muss sich nicht wundern, wenn er plötzlich angreifbar wird.
Wer Suchmaschinen, Online-Shops oder andere Dienste nutzt, die persönliche Daten verlangen und nicht ausdrücklich erklären, dass diese weder weitergegeben noch (vergleichend) ausgewertet werden, der öffnet seine digitale Wohnungstür ebenso den Schnüfflern. Und dabei muss er dort gar nicht zwingend seine ganzen Daten einstellen, denn moderne Algrithmen verbinden solche Daten intelligent mit Profilen aus sozialen Netzen. Jedes Like dort ist eine wetrvolle Information für den Suchgiganten hier oder die Bezahlplattform da.
Vieles wird durch die DSGVO an Transparenz in diesem Informationsgeschäft geregelt. Aber die beste Verordnung ist machtlos gegen Sorglosigkeit und Ignoranz.

Robert Habeck hat sich daraufhin von Twitter und Facebook zurückgezogen. Eine verständliche Entscheidung, ging es ihm doch auch um den Umgangston in diesen Medien, der auch seine eigene Ausdrucksweise verändert hat. Der Schritt ist hart und wird von den Digitalisierungsjublern hart kritisiert. Beide Sichten haben ihre Argumente. Ganz unabhängig davon tut aber allen ein wenig mehr Zurückhaltung im Umgang mit den eigenen Daten gut.